Unsere Gute-Nacht-Geschichten
Bruno und die verschwundene Gute Nacht
Mila und die Wolke mit dem Sockenbauch
Oskar und die Schnecke im Ringelsocken
Tilda und der Schatten mit den kalten Füßen
Nuri und der Kissenbus zur Kuschelhaltestelle
Pelle und die Sternenkrümel im Schnabel
Frieda und das Theater der leisen Geräusche
Leni und der Traum, der rückwärts anfing
Kalle und die Schlafglocke ohne Bimmel
Ada und die achtarmige Aufräumpanne
Bruno und die verschwundene Gute Nacht

Der kleine Bär Bruno hatte die Zähne geputzt. Sein Schlafanzug saß richtig herum. Fast. Ein Ärmel war noch eingerollt.
Nun fehlte nur seine Gute Nacht.
„Komisch“, murmelte Bruno. „Eben war ich doch noch müde!“
Er schaute neben das Bett. Nichts.
„Vielleicht hat sich meine Gute Nacht versteckt?“
Unter dem Bett

Bruno kroch auf den Bauch und schaute unter sein Bett.
Dort lagen ein blauer Pantoffel und drei Staubflusen.
„Seid ihr meine Gute Nacht?“
Die Flusen antworteten nicht.
Bruno pustete. Alle drei rollten davon.
„Na gut. Dann seid ihr wohl kleine Rennflusen.“
Er zog den Pantoffel an und tappte in den Garten.
Die Ente mit dem Topf

Am Gartentor stand Ente Elli. Auf ihrem Kopf saß ein kleiner Kochtopf.
„Hast du meine Gute Nacht gesehen?“, fragte Bruno.
„Nein“, sagte Elli. „Aber ich habe einen prima Hut!“
Sie nickte. Der Topf rutschte ihr über die Augen.
„Ein Hut mit Verdunkelung!“
Bruno kicherte. Elli auch. Der Topf machte: klong.
Ein Apfel auf dem Kopf

Unter dem Apfelbaum saß Igel Pips. Sein Korb war umgekippt. Ein Apfel steckte oben auf seinen Stacheln.
„Hast du meine Gute Nacht gesehen?“
„Nein. Aber könntest du meinen Nachtisch herunterholen?“
Bruno nahm den Apfel vorsichtig ab.
Pips biss hinein. Knurps!
„Danke. Zum Essen ist mein Kopf einfach zu weit weg.“
Schaf Wölkchens Schlafanzug

Auf der Wiese wartete Schaf Wölkchen im gepunkteten Schlafanzug. Hinten guckte sein puscheliger Schwanz heraus.
„Dein Schlafanzug hat ein Loch!“, sagte Bruno.
„Das ist mein Schwanzfenster“, erklärte Wölkchen.
Bruno musste lachen.
Dann fragte er: „Weißt du, wo meine Gute Nacht ist?“
Wölkchen lächelte. „Setz dich erst einmal zu mir.“
Ein leises Spiel

Elli und Pips kamen dazu. Alle setzten sich ins weiche Gras.
„Wir spielen das leiseste Spiel der Welt“, flüsterte Wölkchen.
„Ohne Hüpfen?“
„Ohne Hüpfen.“
„Auch ohne Klong?“, fragte Elli.
„Möglichst ohne Klong.“
Sie lauschten. Ein Blatt raschelte. Eine Grille zirpte.
Bruno wurde ganz still. Sein Bauch fühlte sich warm und gemütlich an.
Das Gähnen wandert weiter

Plötzlich öffnete Bruno den Mund.
„Hoooaaaah!“
Elli gähnte gleich hinterher. Dann Pips. Dann Wölkchen.
„Dein Gähnen ist zu mir gehüpft“, murmelte Elli.
„Und zu mir“, sagte Pips.
Bruno rieb sich die Augen.
„Da bist du ja, meine Gute Nacht!“
Wölkchen nickte. „Sie kommt gern, wenn es gemütlich wird.“
Gute Nacht, ihr Lieben

„Gute Nacht, Elli. Gute Nacht, Pips. Gute Nacht, Wölkchen.“
Elli nahm ihren Topfhut ab. Ganz vorsichtig. Kein Klong.
Pips kuschelte sich ins Laub.
Wölkchen winkte mit seinem kleinen Huf.
Bruno tappte nach Hause.
Über ihm leuchtete der Mond.
Seine Schritte wurden langsamer.
Und sein nächstes Gähnen war schon ganz klein.
Zwei Pantoffeln werden müde

Im Zimmer wartete Brunos Bett.
Neben ihm stand der zweite blaue Pantoffel.
„Dich habe ich ja vergessen“, flüsterte Bruno und schlüpfte kurz hinein.
Nun hatte jeder Fuß einen warmen Freund.
Dann zog er beide Pantoffeln aus und stellte sie nebeneinander.
„Ihr dürft auch schlafen.“
Bruno kroch unter seine weiche gelbe Decke.
Die Gute Nacht ist da

Die Decke war warm. Das Kissen war weich.
Draußen raschelte leise ein Blatt.
Bruno atmete ein.
Und wieder aus.
„Gute Nacht, Rennflusen“, flüsterte er.
„Morgen könnt ihr weiterflitzen.“
Dann schloss er die Augen.
Seine Gute Nacht war bei ihm geblieben.
Und bald schlief der kleine Bär.
Ganz ruhig.
Ganz geborgen.