Unsere Gute-Nacht-Geschichten
Bruno und die verschwundene Gute Nacht
Mila und die Wolke mit dem Sockenbauch
Oskar und die Schnecke im Ringelsocken
Tilda und der Schatten mit den kalten Füßen
Nuri und der Kissenbus zur Kuschelhaltestelle
Pelle und die Sternenkrümel im Schnabel
Frieda und das Theater der leisen Geräusche
Leni und der Traum, der rückwärts anfing
Kalle und die Schlafglocke ohne Bimmel
Ada und die achtarmige Aufräumpanne
Ein Bus ohne Räder

Nuri legte drei Kissen hintereinander auf den Teppich.
„Mein Kissenbus fährt gleich los!“
Sein Stoffkrokodil, der blaue Elefant und der kleine Teddy warteten schon.
Papa schaute zur Tür herein.
„Wohin geht die Reise?“
„Zur Kuschelhaltestelle“, sagte Nuri.
„Die liegt direkt neben meinem Bett.“
Der Fahrschein ist weich

Nuri verteilte kleine Papierstückchen als Fahrkarten. Sie waren noch ganz leer.
Er drückte sie vorsichtig mit dem Daumen.
„Heute werden die Fahrkarten gestreichelt, nicht gelocht.“
Der Teddy bekam einen besonders weichen Daumendruck.
Nuri sprach für ihn:
„Danke. Mein Fahrschein war ein bisschen kitzelig.“
Ein Schwanz im Gang

Das Stoffkrokodil lag quer auf dem ersten Kissen. Sein Schwanz reichte bis zum zweiten.
„Entschuldigung“, sagte Nuri mit Krokodilstimme.
„Mein Schwanz ist länger als mein Fahrschein.“
Nuri drehte das Krokodil vorsichtig um.
Jetzt zeigte der Schwanz nach hinten.
„Prima. Ein eingebauter Busanhänger!“
Der Elefant braucht Platz

Der blaue Elefant passte nicht neben den Teddy. Seine Stoffohren waren sehr breit.
Nuri rückte ein Kissen dazu.
„Ein Fensterplatz für große Ohren.“
Dann setzte er den Elefanten hin.
Ein Ohr klappte um.
„Jetzt sieht er aus, als hätte er einen Pfannkuchen auf dem Kopf!“
Nuri klappte das Ohr wieder zurück.
Der Teddy ist noch nicht bereit

Der Teddy saß ganz hinten. Nuri drückte ihn kurz an seine Brust.
„Hast du etwas vergessen?“
Mit Teddystimme flüsterte Nuri:
„Meine Abendumarmung.“
Nuri umarmte ihn noch einmal.
Diesmal etwas länger.
„So. Nun sind alle bereit.“
Auch Nuri fühlte sich plötzlich ein bisschen kuscheliger.
Die leiseste Motorprobe

Nuri setzte sich vor den Bus.
„Brumm!“, machte er.
Dann fiel ihm ein, dass die Kuschelhaltestelle eine Schlafhaltestelle war.
Er versuchte es leiser:
„Brrr…“
Noch leiser:
„Mmm…“
Nun klang der Bus wie ein zufriedener Bauch.
Nuri legte die Hände auf die Knie.
Die Kissen blieben genau dort, wo sie lagen.
Eine Reise im Kopf

Der Bus fuhr nur in Nuris Vorstellung.
Er dachte an eine Straße aus Mondlicht und an Bäume mit Kissenblättern.
Ein Vogel im Schlafanzug winkte vom Ast.
„Nächster Halt: warme Decke“, flüsterte Nuri.
Die Kuscheltiere saßen still.
Das war sehr angenehm.
Keiner fragte: „Sind wir schon da?“
Die Kuschelhaltestelle

Papa kam ins Zimmer.
„Ist der Bus angekommen?“
„Ja“, sagte Nuri. „Direkt am Bett.“
Gemeinsam setzten sie die Kuscheltiere unter die Decke.
Das Krokodil lag am Fußende.
Der Elefant bekam Platz für seine Ohren.
Der Teddy rückte neben das Kissen.
Alle konnten aussteigen, ohne sich zu drängeln.
Der Fahrer steigt zuletzt aus

Nuri legte die Papierfahrkarten in eine kleine Schachtel.
Dann kroch er zu seinen Fahrgästen ins Bett.
Papa deckte ihn zu.
„Gute Nacht, Busfahrer.“
„Heute bin ich Kuschelfahrer“, murmelte Nuri.
Der Teddy lag an seiner Schulter.
Nuri brauchte keinen Fahrschein mehr.
Nur sein weiches Kissen.
Endstation Schlaf

Der Kissenbus stand still auf dem Teppich.
Sein Motor machte kein Brumm.
Nicht einmal ein Mmm.
Nuri schlief zwischen seinen Kuscheltieren.
Der Elefant durfte seine Ohren ausbreiten.
Das Krokodil durfte seinen Schwanz lang machen.
Und der Teddy blieb ganz nah.
Alle waren angekommen.