Unsere Gute-Nacht-Geschichten
Bruno und die verschwundene Gute Nacht
Mila und die Wolke mit dem Sockenbauch
Oskar und die Schnecke im Ringelsocken
Tilda und der Schatten mit den kalten Füßen
Nuri und der Kissenbus zur Kuschelhaltestelle
Pelle und die Sternenkrümel im Schnabel
Frieda und das Theater der leisen Geräusche
Leni und der Traum, der rückwärts anfing
Kalle und die Schlafglocke ohne Bimmel
Ada und die achtarmige Aufräumpanne
Der Socken bewegt sich

Oskar sortierte mit Papa die saubere Wäsche. Ein Ringelsocken lag auf dem Teppich.
Dann bewegte er sich.
Ganz wenig.
„Papa, mein Socken hat einen Spaziergang gemacht!“
Zwei kleine Fühler kamen heraus.
Darunter saß eine Schnecke.
„Kein Spaziergang“, sagte sie. „Ein Einzug.“
Fina hat es gemütlich

Die Schnecke hieß Fina. Sie hatte sich mit einem Blumentopf ins Haus verirrt.
Nun steckte sie im Ringelsocken wie in einem Schlafsack.
Ihr Häuschen schaute hinten heraus.
„Die Streifen passen zu meinem Tempo“, sagte sie.
„Warum?“
„An jedem Streifen kann ich eine Pause machen.“
Zwei Betten, bitte

Oskar holte den zweiten Socken.
„Dann hat dein Häuschen auch ein Bett!“
Fina betrachtete ihn.
„Mein Häuschen schläft lieber bei mir.“
Oskar nickte. Das verstand er.
Sein Teddy schlief auch am liebsten bei ihm.
Er legte den zweiten Socken daneben.
„Dann ist das eben dein Gästezimmer.“
Die schnellste langsame Runde

Fina wollte bis zum nächsten roten Streifen kriechen.
Oskar wartete.
Er wartete noch ein bisschen.
„Bist du schon da?“
„Fast“, sagte Fina.
Oskar setzte sich bequem hin.
Als Fina endlich ankam, jubelte er ganz leise.
„Das war die schnellste langsame Runde, die ich je gesehen habe!“
Eine Krümelverwechslung

Oskar fand einen winzigen Wollfussel.
„Ein Kopfkissen für dich!“
Fina stupste ihn an.
„Sehr nett. Aber der klebt an meinen Fühlern.“
Oskar nahm den Fussel wieder weg.
Fina streckte sich zufrieden.
„Manchmal ist ohne Kopfkissen gemütlicher.“
Oskar schaute auf sein großes Bett.
Für ihn galt das ganz bestimmt nicht.
Papa kennt einen besseren Platz

Papa kam mit einer flachen Schale. Darin lagen Erde und ein frisches Blatt.
„Fina schläft besser im Garten“, sagte er.
„Dort gibt es kühle Erde und Pflanzen.“
Oskar nickte.
„Ein Ringelsocken ist wohl eher ein Ferienhaus.“
Fina ließ die Fühler kreisen.
„Ein sehr gestreiftes Ferienhaus.“
Ein kleiner Umzug

Papa hielt die Schale neben den Socken. Fina kroch vorsichtig auf das Blatt.
Das dauerte.
Oskar drängelte nicht.
„Du darfst in deinem Tempo umziehen“, sagte er.
Fina drehte sich noch einmal um.
„Danke für das Ferienhaus.“
„Du warst mein allerlangsamster Gast“, sagte Oskar. „Das war schön.“
Unter dem großen Blatt

Gemeinsam brachten Papa und Oskar Fina in den Garten.
Unter einem großen Blatt war die Erde kühl.
Fina kroch darunter.
„Hier passen sogar Regentropfen auf mein Dach“, sagte sie.
Oskar winkte mit einem Finger.
„Gute Nacht, Fina.“
Die Fühler wackelten.
Dann wurde es still.
Socken gehören zusammen

Drinnen legte Oskar beide Ringelsocken nebeneinander in den Wäschekorb.
„Kein Gästezimmer mehr“, flüsterte er.
„Jetzt seid ihr wieder ein Paar.“
Papa deckte ihn zu.
Oskar schob seinen Teddy ein Stück näher.
„Heute bin ich langsamer geworden.“
Papa lächelte. „Das darf man manchmal.“
Ganz in Ruhe

Oskar hörte den leisen Wind am Fenster.
Er musste nirgendwo mehr ankommen.
Sein Teddy lag warm im Arm.
Die Socken lagen im Korb.
Fina ruhte unter ihrem Blatt.
Jeder hatte seinen eigenen gemütlichen Platz.
Oskars Augen fielen zu.
Ganz langsam.
Genau richtig.