Unsere Gute-Nacht-Geschichten
Bruno und die verschwundene Gute Nacht
Mila und die Wolke mit dem Sockenbauch
Oskar und die Schnecke im Ringelsocken
Tilda und der Schatten mit den kalten Füßen
Nuri und der Kissenbus zur Kuschelhaltestelle
Pelle und die Sternenkrümel im Schnabel
Frieda und das Theater der leisen Geräusche
Leni und der Traum, der rückwärts anfing
Kalle und die Schlafglocke ohne Bimmel
Ada und die achtarmige Aufräumpanne
Ein Ringel im Himmel

Mila wollte gerade ins Bett gehen. Mama zog die Gardine zu.
„Warte mal!“, sagte Mila.
Draußen schwebte eine kleine Wolke. In ihrem weißen Bauch steckte ein lila Ringelsocken.
„Mama, seit wann trägt der Himmel Socken?“
Mama lächelte. „Vielleicht hat er kalte Füße.“
Die Wolke winkt

Mila blieb auf dem Teppich sitzen. Mama öffnete das Fenster einen Spalt.
Die Wolke kam näher.
„Ich bin Wuschel“, piepste sie. „Und ich habe ein Kribbeln im Bauch.“
„Das sieht aus wie ein Socken“, sagte Mila.
„Ach so! Ich dachte, das wäre eine besonders lange Beere.“
Ein Wolkenwackeln

„Wackel doch einmal“, schlug Mila vor.
Wuschel wackelte nach links. Dann nach rechts.
Der Socken rutschte bis zur Nasenspitze.
„Hatschi?“
„Noch nicht“, sagte Wuschel.
Mila wackelte auf dem Teppich mit. Mama auch. Drei ganz verschiedene Wackler in einem Zimmer – und davor.
Die Kitzelidee

Mila nahm ihre weiche Feder aus der Bastelkiste. Mama hielt sie vorsichtig nach draußen.
Die Feder streifte Wuschels Bauch.
„Hihihi! Wolken sind dort besonders kitzelig!“
Wuschel wurde erst rund, dann länglich, dann rund.
Der Socken schaute schon halb heraus.
„Bitte noch ein kleines Kitzelchen!“
Ein sehr weiches Hatschi

„Haaa… tschi!“
Der Socken flog heraus und landete in Mamas Hand. Drei winzige Tropfen plumpsten hinterher.
Mila klatschte leise.
„Du hast den Socken gewaschen!“
„Wirklich?“, fragte Wuschel.
Mama schnupperte. „Er riecht nach frischem Regen.“
Wuschel war sehr stolz. Ihr Bauch kribbelte nicht mehr.
Wem gehört der Socken?

Mama legte den Socken auf ein kleines Handtuch.
„Der kommt morgen in unsere Fundkiste.“
„Eine Fundkiste für Himmelssocken?“, fragte Mila.
„Für alle verlorenen Dinge“, sagte Mama.
Wuschel sah erleichtert aus.
„Dann muss niemand barfuß sein.“
„Genau“, sagte Mila. „Auch kein Himmel.“
Ein Wolkenkissen

Wuschel wollte sich bedanken. Sie zog sich lang wie ein weiches Kissen.
„Für dich!“
Mila schüttelte lächelnd den Kopf.
„Mein Kissen ist schon im Bett. Du kannst den Mond gemütlich umranden.“
Wuschel probierte es aus.
Der Mond bekam einen weißen Schnurrbart.
Mila kicherte in ihren Ärmel.
Der Schnurrbart wird klein

Wuschel merkte, dass sie sich ziemlich breitgemacht hatte.
„Entschuldigung, Mond!“
Sie schwebte ein Stück zur Seite und wurde wieder klein und rund.
Mama schloss das Fenster.
„So. Jetzt darf jeder schlafen, wo er es gemütlich hat.“
Mila winkte.
Wuschel wackelte zum Abschied. Nur einmal.
Mila kuschelt sich ein

Mila lag unter ihrer Decke. Mama strich ihr eine Locke aus der Stirn.
„Gute Nacht, meine Wolkenhelferin.“
„Gute Nacht, Mama.“
Auf der Kommode lag der saubere Ringelsocken.
Mila stellte sich vor, wie er morgen seinen zweiten Socken wiederfand.
Bestimmt würden die beiden sich mit den Zehen begrüßen.
Ein Himmel ohne Kribbeln

Draußen schwebte Wuschel still über den Dächern. Ihr Bauch war leicht und weich.
Drinnen atmete Mila ruhig.
Ihr Kissen musste niemand waschen.
Es war genau richtig.
Der Mond leuchtete.
Die Wolke ruhte.
Und Mila träumte von zwei Socken, die sich leise „Guten Morgen“ zuflüsterten.