Unsere Gute-Nacht-Geschichten
Bruno und die verschwundene Gute Nacht
Mila und die Wolke mit dem Sockenbauch
Oskar und die Schnecke im Ringelsocken
Tilda und der Schatten mit den kalten Füßen
Nuri und der Kissenbus zur Kuschelhaltestelle
Pelle und die Sternenkrümel im Schnabel
Frieda und das Theater der leisen Geräusche
Leni und der Traum, der rückwärts anfing
Kalle und die Schlafglocke ohne Bimmel
Ada und die achtarmige Aufräumpanne
Bimmel beim Kuscheln

Kalle und Schaf Momo machten es sich im Stall gemütlich.
Momo kuschelte sich ins Stroh.
Bimmel.
Momo drehte sich um.
Bimmel.
„Deine Glocke ist noch gar nicht müde“, sagte Kalle.
Momo schaute auf die kleine Glocke an seinem Halsband.
„Sie weiß wohl nicht, dass jetzt Schlafenszeit ist.“
Die Glocke hört nicht zu

Momo flüsterte der Glocke zu:
„Gute Nacht, kleine Glocke.“
Dann legte es den Kopf ins Stroh.
Bimmel.
Kalle schüttelte seine kleinen Hörner.
„Vielleicht spricht sie nur Bimmel.“
Momo musste lachen.
Bimmel-bimmel.
Nun lachte Kalle auch.
Die Glocke hatte offenbar einen besonders gesprächigen Abend.
Ganz still liegen ist schwierig

Momo versuchte, sich nicht zu bewegen.
Aber seine Nase kitzelte.
Es musste sie am Stroh reiben.
Bimmel.
„Du musst doch deine Nase kratzen dürfen“, sagte Kalle.
Momo nickte erleichtert.
„Dann brauchen wir eine Idee für die Glocke“, sagte Kalle.
„Nicht für deine Nase.“
Eine Pause fürs Halsband

Kalle half Momo, das lockere Halsband abzunehmen.
Nun lag die Glocke vor ihnen im Stroh.
Momo drehte sich um.
Kein Bimmel.
Momo rieb seine Nase.
Immer noch kein Bimmel.
„Meine Nase darf jetzt nachts arbeiten“, sagte es zufrieden.
Kalle grinste.
„Die hat aber einen kleinen Arbeitsplatz.“
Ein Strohballen als Bett

Kalle legte die Glocke in eine kleine Mulde im Stroh.
„Hier schläft sie.“
Doch als er ein Hälmchen zurechtrückte, rollte die Glocke ein Stück.
Bimmel.
Momo hob den Kopf.
„Ihr Bett ist zu kugelig.“
Kalle betrachtete die Mulde.
„Dann bauen wir eins, aus dem sie nicht herauskullert.“
Die weichste Schachtel

Im Stall stand eine kleine Holzschachtel. Kalle legte ein weiches Tuch hinein.
Momo prüfte das Tuch mit der Nasenspitze.
„Sehr gemütlich.“
Kalle legte die Glocke darauf.
Sie blieb liegen.
Kein Rollen.
Kein Bimmel.
„Jetzt hat sie ein eigenes Zimmer“, flüsterte Momo.
„Mit Tuchboden.“
Die letzte Bimmelprobe

Kalle setzte die Schachtel auf das niedrige Regal.
Momo hüpfte einmal ganz vorsichtig neben seinem Strohbett.
Nichts bimmelte.
Es schüttelte seinen Kopf.
Wieder nichts.
„Bestanden!“, flüsterte Kalle.
Momo legte sich hin.
Die Glocke lag ebenfalls.
Nur in einer anderen Richtung und in einem viel kleineren Bett.
Ohne Glocke bleibt Momo Momo

Momo streckte seine kleinen Beine aus.
„Bin ich ohne Bimmel noch dasselbe Schaf?“
Kalle kuschelte sich daneben.
„Natürlich. Du bist Momo mit deiner kitzeligen Nase.“
Momo lächelte.
Das gefiel ihm.
Die Glocke konnte morgen wieder erzählen.
Momo durfte heute einfach warm und wollig sein.
Der Stall wird still

Der Wind strich leise um die Stallwand.
Das Stroh raschelte ein wenig.
Kalle legte seinen Kopf auf sein weiches Lager.
Momo schmiegte sich in seine Wolle.
Auf dem Regal lag die kleine Glocke.
Sie hatte einen guten Platz.
Heute musste niemand ganz still liegen, um schlafen zu dürfen.
Gute Nacht ohne Bimmel

Kalle schlief.
Momo schlief.
Die kleine Glocke lag auf ihrem Tuch.
Sie bimmelte nicht.
Sie rollte nicht.
Sie wartete einfach auf morgen.
Der Mond schien durch das Stallfenster.
Zwei weiche Rücken hoben und senkten sich langsam.
Und im Stall war Platz für ganz ruhige Träume.