Unsere Gute-Nacht-Geschichten
Bruno und die verschwundene Gute Nacht
Mila und die Wolke mit dem Sockenbauch
Oskar und die Schnecke im Ringelsocken
Tilda und der Schatten mit den kalten Füßen
Nuri und der Kissenbus zur Kuschelhaltestelle
Pelle und die Sternenkrümel im Schnabel
Frieda und das Theater der leisen Geräusche
Leni und der Traum, der rückwärts anfing
Kalle und die Schlafglocke ohne Bimmel
Ada und die achtarmige Aufräumpanne
Gold auf dem Schnee

Pelle sah aus seinem Schneehaus. Draußen funkelte etwas Goldenes.
„Keksstaub?“, fragte der kleine Pinguin.
Er hatte heute schon einen Keks gegessen. Aber dieser Staub leuchtete viel zu sehr.
Pelle rückte seinen warmen Schal zurecht.
Dann ging er vor die Tür.
Seine orangefarbenen Füße machten zwei kleine Abdrücke.
Ein Niesstern

Neben dem Schneehaus saß ein winziger Stern.
„Ich heiße Lumi“, sagte er. „Und ich musste niesen.“
„Dann sind das deine Krümel?“
„Mein Funkeln. Keine Kekse.“
Pelle nickte. Gut, dass er gefragt hatte.
Er stupste einen Lichtpunkt mit seinem Schnabel an.
Der Lichtpunkt schwebte einfach weiter.
Ein Schnabel voller Glanz

Ein paar Funken landeten auf Pelles Schnabel.
Er schaute auf die kleine Eisfläche neben sich.
„Jetzt sehe ich aus wie eine Lampe mit Füßen!“
Lumi kicherte.
Pelle pustete vorsichtig.
Die Funken tanzten von seinem Schnabel herunter.
Sie waren nicht heiß.
Nur hell und federleicht.
Die falsche Schaufel

Pelle holte eine kleine Holzschaufel.
Er wollte das Funkeln einsammeln.
Doch die Funken flogen über die Schaufel hinweg.
„Das sind ganz schön hüpfige Krümel“, sagte er.
Lumi schüttelte seine kleinen Spitzen.
„Funkeln kann man nicht schaufeln.“
Pelle stellte die Schaufel wieder ab.
„Dann brauchen wir eine andere Idee.“
Eine Schale aus Eis

Pelle setzte Lumi auf eine glatte, flache Eisschale.
Die Schale glänzte.
Lumi betrachtete sein Spiegelbild.
„Da ist ja noch ein Stern!“
„Nur du noch einmal“, sagte Pelle.
„Doppeltes Funkeln. Ganz ohne zweiten Stern.“
Lumi drehte sich ein wenig.
Sein Spiegelbild drehte sich mit.
Nun musste er nicht mehr niesen.
Der Himmel ist zu hoch

Lumi blickte nach oben.
„Mein Platz ist am Himmel. Aber jetzt bin ich müde.“
Pelle sah die vielen Sterne.
„Ich kann nicht so hoch springen.“
Er hüpfte einmal.
Nur ein kleines Stück.
Lumi lächelte. „Das musst du auch nicht.“
Pelle setzte sich neben ihn.
„Dann warten wir zusammen.“
Licht kennt seinen Weg

Lumi schloss seine kleinen Augen.
Sein Funkeln wurde ruhiger.
Die goldenen Punkte sammelten sich um ihn.
Einer nach dem anderen.
„Sie kommen zurück!“, flüsterte Pelle.
Lumi wurde ein wenig heller.
Dann hob er sich langsam von der Eisschale.
Pelle staunte.
Manches findet seinen Weg, wenn man ihm Zeit lässt.
Ein kleiner Stern steigt auf

Lumi stieg höher.
Nicht schnell.
Nicht laut.
„Danke fürs Warten!“, rief er leise.
Pelle winkte mit seinem Flügel.
Bald sah Lumi wieder aus wie ein Stern zwischen Sternen.
Nur Pelle wusste, welcher es war.
Der, der ein kleines bisschen wie ein Keks gekrümelt hatte.
Der Schal wird zur Decke

Pelle ging ins Schneehaus zurück.
Dort wartete sein weiches Lager.
Er legte den Schal um seine Schultern und kuschelte sich hinein.
Auf seinem Schnabel war kein Funkeln mehr.
Das war gut.
Eine Lampe mit Füßen hätte beim Schlafen bestimmt gestört.
Pelle schloss seine Augen.
Der Himmel durfte jetzt leuchten.
Ein Lichtpunkt am Fenster

Am Eisfenster glänzte ein kleiner Lichtpunkt.
Lumi war wieder an seinem Platz.
Pelle atmete ruhig.
Seine Füße waren warm unter der Decke.
Sein Bauch war zufrieden.
Draußen lagen Schnee und Sterne still.
Drinnen schlief ein kleiner Pinguin.
Ohne Keksstaub.
Aber mit einem schönen Traum.